Die richtige Ausrüstung macht Reiten nicht nur bequemer, sondern auch sicherer. Was man unbedingt braucht, was man weglassen kann und worauf man achten sollte, möchten wir Ihnen hier erläutern.

 

Reithelm

Der Helm ist ein absolutes Muss für Reiter. Leider sieht man zwar die meisten Leute ohne Reithelm auf ihr Pferd steigen, und ein Westernhut ist zugegebenermassen bequemer, doch der Helm kann im Ernstfall Leben retten. In vielen Reitschulen ist er für Kinder ohnehin vorgeschrieben.

Der Helm sollte TÜV-GS geprüft sein und der Europa-Norm CE EN 1384 entsprechen. Diese Zertifikate liegen dem Helm im Auslageregal meistens bei, und ansonsten wissen die Verkäufer Bescheid. Wichtig ist ausserdem eine Dreipunkt-Beriemung; ein Gummiband um das Kinn reicht nicht. Nur die Dreipunkt-Sicherung verhindert bei einem Sturz das Verrutschen des Helmes. Auch ein Fahrradhelm bietet ausreichend Sicherheit bei einem Sturz vom Pferd. Natürlich muss aber auch dieser korrekt angepasst werden.

Ob klassisch-elegant oder poppig-modern bleibt dem Geschmack überlassen. Hauptsache, der Helm passt. Dies überprüfen Sie am besten mit Hilfe eines Beraters im Pferdesportfachgeschäft. 

 

Schuhwerk

Reitschuhe und -stiefel gibt es in unzähligen Varianten. Was entscheidet, sind der persönliche Geschmack und der Verwendungszweck. Sobald angefangen wird, mit Sattel zu reiten, werden Schuhe (Reitstiefel oder Stiefeletten) mit einem Absatz benötigt, um zu verhindern, dass man im Steigbügel hängenbleibt. Stiefeletten kann man mit sogenannten Mini-Chaps kombinieren. Das sind Leder- oder Lederersatzteile, die den Stiefelschaft ersetzen und dem Unterschenkel einen sicheren Halt geben, und ein Aufscheuern am Steigbügelriemen verhindern. Am Anfang reicht aber auch anderes festes Schuhwerk wie Turnschuhe oder Gummistiefel. 

 

Reithose

Für die Reithose gilt vor allem Eins: Bequem soll sie sein! Hier kann man vor allem den persönlichen Geschmack entscheiden lassen.

Immer noch am weitesten verbreitet und für den sportlichen Einsatz am besten geeignet, sind die eng anliegenden, elastischen Reithosen, die man in allen Farben in jedem Pferdesportladen kaufen kann. Für Kinder sollte man auf jene mit Knieleder- oder Stoffbesatz zurückgreifen, da diejenigen mit Ganzlederbesatz einen stolzen Preis haben und sich für noch wachsende Kinder kaum lohnen. Viele reiten aber auch gerne in Jeans, Leggings oder Jogginghosen. Das ist alles vertretbar und gerade in den ersten Reitstunden eine preiswerte Alternative zu den doch eher teuren klassischen Reithosen. Vor allem bei Jeans sollte man aber darauf achten, dass die Innennaht beim Reiten nicht scheuert. 

 

Jacken, Pullover, Westen

Dabei gibt es eigentlich wenig zu beachten. Es gilt vor allem die Bequemlichkeit. Jacken, Pullover u. ä. sollen die Bewegungs- freiheit nicht einschränken, warm halten und wasserdicht sein. Ausserdem sollte man darauf achten, dass die Ärmel nicht so lang sind, dass sie die Zügelführung behindern. Und auch hier gilt: Nicht zu weit, sonst besteht die Gefahr des Hängen- bleibens. Im Reitunterricht sind sowieso eher anliegende Oberteile angesagt, da der Reitlehrer so den Sitz besser beurteilen kann, als wenn z.B. die dickgefütterte Kapuzenjacke einen nicht vorhandenen Buckel vortäuscht.

In Reitsportgeschäften werden spezielle Reitjacken angeboten. Da kann man sich natürlich umsehen, häufig sind diese Jacken jedoch ziemlich teuer und lassen trotzdem keinen grösseren Unterschied zu gewöhnlichen, billigeren Regenjacken u.ä. erkennen. Letztere tun ihren Dienst ebenfalls hervorragend, wenn sie von guter Qualität sind.

 

Handschuhe

Viele Reiter tragen auch im Sommer leichte Baumwollhandschuhe, mit der Begründung, dass sie von den Zügeln Blasen kriegen. Eigentlich sollte man aber nicht mit so harter Hand reiten, dass es soweit kommt. Andere behaupten, dass man mit Handschuhen feinere Zügelhilfen geben kann. Das ist allerdings Ansichtssache und letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.

Im Winter wird man um Handschuhe jedoch kaum herumkommen. Hier empfehlen sich spezielle Reithandschuhe, da diese eine aufgeraute oder mit Gumminoppen besetzte Innenfläche haben, um das Durchrutschen der Zügel zu verhindern. Zudem sind sie in der Regel an den Stellen, wo der Zügel durchläuft, verstärkt. Leider steckt man hier meistens etwas im Clinch: Entweder man wählt sehr dicke Handschuhe, die zwar schön warm sind, eine feine Zügelführung jedoch verunmöglichen. Oder man nimmt dünne, hat dann aber ständig kalte Finger. Am besten hat man beides zur Hand. Für den Reitunterricht, wo man sich viel bewegt, reichen dünnere Handschuhe meistens. Für das Gelände nimmt man die dicken, da man die Zügelhilfen da auf ein Minimum beschränken kann.

 

Und im Winter?

Im Winter zieht man sich am besten nach dem bewährten «Zwiebelprinzip» an: Skiunterwäsche und darüber so viele Schichten, bis es warm genug ist. Das ist eine sehr effiziente Methode, da die Luft zwischen den einzelnen Schichten zusätzlich erwärmt wird. Gegen kalte Beine hilft eine Skihose. Kalte Füsse sind im Winter wohl das Dauerproblem eines jeden Reiters. Gefütterte Stiefel und Thermoreitstiefel sind zwar praktisch, aber leider sehr teuer. Die Anschaffung will für Kinder im Wachstum gut überlegt sein. Eine andere Variante ist, ein Paar Gummistiefel eine Nummer grösser zu kaufen, damit man darunter warme Skisocken anziehen kann. Das klappt in der Regel gut, wenn man nicht zu lange auf dem Pferd sitzt.